Saturday, January 5, 2013

Session zum Neuen Jahr 2013


Mario Wesecky hat uns mit schwerem Gerät besucht und zu unserer großen Freude bei der Session zum neuen Jahr mitgejammt.

Max Lorenz hat den Musikraum mit Gittern und Segel aus seinem umfassenden Oevre ausgestattet. In diesem Raumkonzept hat sich unser persönliches Neujahrskonzert ereignet.



Mario Wesecky: Tuba, Trompete
Max Lorenz: Percussion, Electronics
Martin Kratochwil: Electronics


















Gitter und Segel von Max Lorenz

Saturday, December 1, 2012

paradise is now

Exponate von Lorenz & Kratochwil können am 1. Dezember ab 18 Uhr besichtigt werden. Entstanden sind die Objekte und Installationen im letzten Jahr, zum Großteil in gemeinsamen Arbeitsprozessen im wabi-sabi pavillion.

das video gibt einen Einblick in den Pavillion mit den Ausstellungsstücken, gemischt mit "tanzfüßen" von der anschließenden Session:



wabi sabi einblick
martin kratochwil
wandinstallation von kratochwil
max lorenz
holzobjekte von lorenz
der raum verfügt über eine große atmosphärische dichte, und ist mit seiner transparenten deckenkonstruktion auch bei dunkelheit äußerst stimmungsvoll.

Tuesday, November 20, 2012

soundmeeting 18. november

Verschiedene Klangwelten in improvisatorischen Prozessen aufeinandertreffen zu lassen, ist ein spannendes Abenteuer. Nie weiß man im vorhinein, wohin sich die Musik entwickeln wird.



Wir haben zahlreiche Klangerzeuger - analog, digital und akustisch - zu einem umfangreichen Setting zusammengestellt, und ohne Absprache losgelegt. Einzig der Moment hat Regie geführt. Das Schöne bei dieser unmittelbaren Vorgangsweise liegt auch darin, daß der Kopf kaum Möglichkeit hat, sich mit seinem Kontrollbedürfnis einzumengen. Die Intuition hat freien Lauf.



Zusätzlich zu den Musikvideoaufnahmen wurde Bildmaterial rund um den wabi sabi pavillion integriert und im ersten Video ein beim Anhören der Aufnahmen spontan entstandener Tanz eingefügt.



Musik und Videos: Max Lorenz und Martin Kratochwil

Friday, November 16, 2012

Konzert am 1.Dezember um 19 Uhr mit dem Gamelan Altenberg

Wie jedes Jahr findet im alten Festsaal der Konrad-Lorenz-Villa ein Musikevent mit Gamelanmusik und balinesischen Tanz statt. Der wabi sabi pavillion ist auch geöffnet und kann besichtigt werden. Unsere Exponate freuen sich über zahlreichen Besuch.























Die historisch aufgeladene Atmosphäre des Festsaals mit seiner wuchtigen Präsenz und der dunklen Holztäfelung wird an diesem Abend durch die exotische und bunte Klangsprache des Gamelan Altenberg in eine andere Dimension verfrachtet. Im Aufeinandertreffen solch gegensätzlicher Welten liegt ein besonderer Reiz.



Auf seinen Balireisen ist Max Lorenz mit Gamelanmusik in Berührung gekommen. Jedes Dorf besitzt ein eigenes Orchester aus diversen Metallspielen, Trommeln und Gongs, die für eine pulsierende Klangkulisse sorgen. Die Musik besteht aus melodisch-rhythmischen Bausteinen, die durch Überlagerungen und oftmaliges Wiederholen komplexe Klanggebilde entstehen lassen. Der intensive obertonreiche Gesamtklang und der fließende Charakter erzeugen eine tranceartige Atmosphäre.



















Mit der Gründung des Gamelan Altenberg hat Lorenz das einzige öster-reichische Ensemble dieser Art geschaffen. Das Repertoire besteht aus traditionellen Stücken, die auf originalen Instrumenten gespielt werden.

Das Instrumentaruim ist in Bali von einem erfahrenen Instrumentenbauer angefertigt worden. Ein wesentliches Charakteristikum sind die leichten Abweichungen innerhalb der Stimmung der einzelnen Instrumente untereinander, die für dieses schwirrende, mit Schwebungen angereicherte Klangbild verantwortlich sind.


Termin:   Samstag 1.Dezember, um 19h

Ort:    Konrad-Lorenz-Villa
          Adolf Lorenzgasse 2
          3422 Greifenstein/Altenberg

Infos für Bahnreisende:

Hinfahrt: S 40 ab Spittelau (U4, U6) um 16.04, Ankunft Greifenstein-Altenberg um 16.30 (zu Fuß zur Adolf Lorenzgasse ca. 10 Minuten in Fahrtrichtung weitergehen )

Sunday, November 4, 2012

Musikresearch November

Momentan beschäftigen wir uns damit, elektronisches und akustisches Instrumentarium zu kombinieren. In der folgenden Aufnahme haben wir versucht, uns mit musikalischen Mittel an das Thema Stille anzunähern. Max hat seine Shakuhatchi (japanische Bambusflöte) hervorgekramt, und ich bin mit meinen Musikkoffern angerückt:



Max Lorenz: Shakuhatchi
Martin Kratochwil: Musik aus dem Koffer





Tuesday, October 30, 2012

circuit bending _ verquere soundmaschinen, abseits des mainstream

Wenn elektronische Musikinstrumente von Hand umgebaut und modifiziert werden, um neue Klangmöglichkeiten zu erschließen, spricht man von circuit bending. Durch Eingriffe in die Platine von meist billigen oder veralteten Geräten, durch Neuzusammensetzung von gebrauchten Bauteilen und durch den Einbau von zusätzlichen Reglern, Schaltern oder Bodycontrol-Elementen wird der Originalsound aufgebrochen und in andere Richtungen gelenkt.

Das Interessante daran ist, daß auf diesem Weg aus Massenprodukten einzigartige Exemplare mit individueller Soundcharakteristik werden. Es sind Freaks und Tüftler, die, ausgestattet mit einer Menge Neugierde und einem elementaren Grundwissen, über herkömmliche elektronische Instrumente herfallen, diese öffnen und nach dem Trial- and Errorprinzip neue Klangwege aufspüren.  

Ich besitze inzwischen eine große Anzahl von dieser Spezies. Neben deren klanglichen Eigenwilligkeit bin ich auch von der Tatsache begeistert, daß es die Komplexität dieser kruden Soundspezialisten verunmöglicht, absolute Kontrolle über das Klanggeschehen auszuüben. Gerade in einer Zeit, wo rationale Kontrolle, Sicherheitsdenken und Vorausplanung einen überhöhten Stellenwert einnehmen, empfinde ich diese Unschärfe als besonders wohltuend. Man kann sich auf diese Instrumente - im positiven Sinn - nicht verlassen. Sie besitzen ein Eigenleben, das immer wieder für unvorhersehbare und unerwartete Abzweigungen sorgt. So kommt Zufall, Intuition und spontane Reaktionsbereitschaft zum Zug. Ein "Sicheinrichten" in die Polsterung vertrauter Routine funktioniert nicht. Jede Liveaufführung wird zu einer Expedition ins Unbekannte und Überraschende.  Man bewegt sich permanent auf instabilem Boden und weiß nicht, was kommen wird - wonderful !

Faszinierend ist auch die optische Komponente. Das Setting wird durch das bunte Zusammentreffen dieser exzentrischen Klangindividualitäten zur Installation. Diesen Installationscharakter habe ich noch verstärkt, indem ich die einzelnen Module in alte Koffer gepackt habe. Das Instrumentarium wurde durch schräge herkömmliche Hardwaregeräte erweitert - der Laptop völlig weggelassen. Je nach Konzeptidee kann ich diese Module ganz unterschiedlich kombinieren. So wird jede Aufführung meines Projektes "musik aus dem koffer" zur performativen Klangforschung.       


Musik: Martin Kratochwil
Video: Max Lorenz
aufgenommen im wabi sabi pavillion, okt 2012

Viele der angesprochenen Aspekte besitzen eine starke Affinität zur Ästhetik und Haltung des wabi sabi. Die Verwendung alter, abgenutzter Bauelemente, der meist rauhe, unpolierte Sound, die Präsenz des Zufälligen und Unvorhersehbaren, die intuitive Handhabung und die Abwesenheit von glatten Oberflächen - im direkten und übertragenen Sinn - verweisen in die Welt dieser alten japanischen Denkweise.

Von den Quergeistern, die sich dem Bau von circuit bending instrumenten verschrieben haben, schätze ich besonders folktek, die ihre fipsenden, schnatternden, zischenden und dröhnenden Klangerzeuger in abgeschabte und verquere Holzkonstruktionen einbauen, und drmoonstien, ein junger Amerikaner, der aus diversen gebrauchten Bestandteilen die abwegigsten und einmaligsten Soundgerätschaften kreiert. Und dann noch selbstverständlich den Begründer der circuit bending Szene, Reed Ghazala, der in den 70iger Jahren durch Zufall darauf gebracht wurde, elektronischen Instrumenten in Handarbeit neue Klangdimensionen abzugewinnen und damit diese Undergroundbewegung in Gang setzte.

martin kratochwil

Sunday, October 14, 2012

kuchen und kunst _ offenes atelier im wabi-sabi pavillion




Der Weg zu Kuchen und Kunst war trotz nächtlicher Dunkelheit nicht zu übersehen.

Richtungsweisend war der Pförtner plaziert.






Zentrales Element im wabi-sabi pavillion war die Klanginstallation GAMELAN VIRTUELL. Das balinesische Instrumentarium war anwesend, die Musik ebenfalls, nur die Spieler fehlten. Eine eigentümlich gespenstische Atmosphäre war die Folge. Die Töne schienen von Geisterhand gelenkt durch den Raum zu schwirren. 




Die Musik stammte vom Quintett WELTEN PARALLEL, und war bei einer Performance im Klangturm St. Pölten mit Max Lorenz, Sabine Lorenz-Kalenda, Angelina Ertel, Ursula Schwarz und Martin Kratochwil im Jahr 2011 aufgenommen worden.













Oben im Saal waren unsere VERSCHACHTELUNGEN, die MOBILES aus Fundhölzern und die WANDINSTALLATION zu sehen. Die Soundinstallation MY SUITCASE IS AN ARTIST unterlegte die Schaustücke mit einem dezenten Klangsubstrat.  





















Detail aus der Wandinstallation von Martin Kratochwil, die als Basismaterial diverese Kartonagen benutzt.













Ein Mobile von Max Lorenz, bestehend aus gefundenen Holz- und Pappelementen.








Ein tönender Reisekoffer, der mit vibrierenden elektronischen Klangfeldern "befüllt" war.












Hier noch ein paar Fundstücke, die wabi-sabi Qualität besitzen und der Verarbeitung harren, aber auch in dieser puren Form eine amorphe Schönheit besitzen.